Erneut Olympiakandidatur unverständlich, da der IOC-Gigantismus nicht in unsere Täler passt. Daran hat sich seit der Abstimmung vom 3. März 2013 nichts geändert.  90 Grossräte und nun leider auch die Bündner Regierung verschliessen die Augen vor der Realität. Geblendet vom olympischen Feuer tun sie so, als ob sich beim IOC und in der Ausgangslage gegenüber der vom Volk abgelehnten Kandidatur für die Spiele 2022 alles geändert hätte. Dabei negieren sie offensichtliche Fakten:

1. will die Regierung verschwenden. Geld Die und Zwängerei Ressourcen gegen für eine den aussichtslose Volkswillen ist Alle Bewerbungen aus demokratischen Staaten für die Spiele 2022 wurden von der Bevölkerung oder auf deren Druck zurückgezogen (St. Moritz, Barcelona, München, Stockholm, Krakau, Oslo). Warum? Weil das IOC ein höchst unglaubwürdiger und finanziell untragbarer Partner ist – etwa gleich glaubwürdig wie die FIFA, bei der endlich alles am Auffliegen ist. Und jetzt soll Graubünden den genau gleichen Leuten plötzlich trauen?

2. Beim IOC hat sich ausser ein wenig Etiketten-Kosmetik kaum etwas geändert. Die gleichen alten Männer sind immer noch an der Spitze, es gelten immer noch die gleichen Regeln, das Komitee verharrt immer noch in den gleichen Strukturen. So kann es keinen glaubwürdigen Turnaround geben.

3. Es sollen nicht schon wieder dutzende Steuermillionen für Studien, Berechnungen, Hochglanzbroschüren und Propaganda ausgegeben werden, von denen nur PR- Agenturen aus dem Unterland und Verbandsfunktionäre profitieren. Diese Millionen braucht Graubünden für sinnvolle Investitionen.

4. Graubünden braucht für eine gute Zukunft eine weitsichtige Wirtschaftspolitik. Das heisst Diversifizierung der Volkswirtschaft, Investitionen für mehr Wertschöpfung sowie bessere Rahmenbedingungen für den Standort. Konkret: Es braucht mehr industrielle Arbeitsplätze, Investitionen in Kultur, Bildung und Forschung im ganzen Kanton sowie einen neuen HTW-Campus. All das kostet viel Geld. Geld, das man nur ein Mal ausgeben kann. Wenn Ressourcen an eine finanziell und wirtschaftlich fragwürdige Olympia-Kandidatur gebunden werden, verpasst Graubünden die Zukunft.

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