Die SP-Grossratsfraktion traf sich am 28. Januar 2015 zur Vorbereitung der Februarsession in Chur. Unter der Leitung des Fraktionspräsidenten Andreas Thöny und im Beisein von Regierungsrat Martin Jäger wurden die Geschäfte der Februarsession beraten.

Dabei hat sich die Fraktion eingehend mit der Sonderjagdinitiative auseinandergesetzt. Sie soll laut Antrag der Regierung für ungültig erklärt werden. Eine grosse Mehrheit der SPFraktion sieht das anders und wird sich für deren Gültigkeit aussprechen. Ein „offensichtlicher Widerspruch“ mit übergeordnetem Recht kann aus Sicht der SP nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Die Initiative könnte rein rechtlich wahrscheinlich umgesetzt werden, indem zum Beispiel in den Wintermonaten eine sehr kostspielige staatliche Regiejagd durchgeführt und/oder mit ebenfalls sehr kostspieligen baulichen Massnahmen (Zäune etc.) der Wald stärker geschützt würde. Eine solche Umsetzung der Sonderjagdinitiative betrachtet die SP allerdings als äusserst unsinnig und jagdpolitisch falsch. Darum wird die Initiative von der SP geschlossen abgelehnt. Doch auch die stärksten fachlichen und politischen Gründe dürfen das Parlament nicht zu einer juristischen Ungültigkeit verleiten.

Die schlecht formulierte Initiative würde bei einer Annahme etwas ganz anderes bewirken, als die Initianten eigentlich wollen. Sie würde einen radikalen Wechsel des Bündner Jagdsystems nach sich ziehen und anstelle der Sonderjagd die Einführung einer teilweisen Regiejagd befördern. Die Folgen wären schwerwiegend und aus ökologischer sowie ökonomischer Sicht klar negativ. Deshalb fordert die SP die Initianten auf, über einen Rückzug der Initiative nachzudenken.