Am 25. März trafen sich Mitglieder der SP Graubünden aus allen Kantonsteilen zum jährlichen Parteitag im Saal La Nicca der Klinik Beverin in Cazis. Die Partei beschloss, zur Bestimmung ihres Regierungsratskandidaten offene Vorwahlen durchzuführen und stellt mit Peter Peyer und Andreas Thöny zwei kompetente Kandidaten zur Auswahl. Entscheiden soll jetzt die Bündner Bevölkerung. Im Weiteren fasste die SP die JA-Parole zur Energiestrategie 2050 und wählte mit Doris Caviezel-Hidber eine neue Vizepräsidentin.

Grünes Licht für Bündner Vorwahlen
Die SP Graubünden ist Regierungspartei und das will sie auch bleiben. Etliche Abstimmungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die SP nah an der Bündner Bevölkerung politisiert. Zuletzt kämpfte sie als einzige grosse Partei gegen die erneute Olympia-Kandidatur und prompt lehnten die Stimmenden die Vorlage deutlich ab. Die SP will nun gerade nach dem Olympia-Nein Verantwortung für den Kanton übernehmen. Dazu muss sie am Regierungstisch sitzen. Wer soll nun die Nachfolge von Regierungsrat Martin Jäger antreten? Diese Frage stellte sich dem Parteitag am Samstag. Dabei kam es zu einem Novum. Die Mitglieder folgten nämlich dem Antrag der Parteileitung, die ihren Kandidaten von der Bündner Bevölkerung bestimmen lassen will. Zum ersten Mal wagt eine Partei in der Schweiz mehr Demokratie bei der Nomination ihres Kandidaten. Alle in Graubünden wohnhaften Personen ab 16 Jahren können sich bis am 28. Mai unter www.vorwahlen.ch registrieren und bis am 25. Juni mitbestimmen, wer 2018 für die SP ins Rennen um den Regierungssitz steigen soll. Die ersten Vorwahlen in der Schweiz finden in Graubünden statt. Zur Auswahl stellt der Parteitag mit Peter Peyer und Andreas Thöny zwei kompetente Kandidaten.

Thöny: Ein Platz für alle
SP Fraktionspräsidenten Andreas Thöny sieht Graubünden wie einen grossen Tisch. Aus allen Talschaften sollen die Menschen den Weg zueinander finden. „Wir müssen einen besonderen Effort leisten, damit wir uns begegnen können. So packen wir gemeinsam kommende Herausforderungen an “, wandte sich Thöny an die Parteimitglieder. Er will in die Regierung, um denjenigen einen Weg zurück an den Tisch zu geben, mit denen es das Leben nicht gut gemeint hat. Arbeitnehmende, deren Reallöhne stagnieren, Kleingewerbe, das unter der Bevölkerungsabnahme in den Talschaften leidet, aber auch den unzähligen Freiwilligen, die sich für unser Gemeinwohl einsetzen. „Graubünden ist dort Weltklasse, wo es die Menschen zusammenführt. Das muss unser Credo sein“, findet Thöny.

Peyer: Für konkreten Fortschritt einstehen
Grossrat und Gewerkschafter Peter Peyer will sich für konkreten Fortschritt in Graubünden einsetzen. „Ich bin heute das, was die gute Politik der Nachkriegsjahre ermöglich hat: Mittelstand. Darum habe ich mir Willy Brandts Leitidee «breite Schultern haben mehr zu tragen» zu meiner beruflichen und politischen Motivation gemacht“, so Peyer. Er will für Zusammenhalt und Beteiligung, die gerechte Verteilung der Lasten und für gleiche Chancen für alle einstehen. Sein Lebenslauf ist nicht der eines typischen Politikers. Dass er heute trotzdem für die Regierung kandidieren kann, zeige, dass sich die Gesellschaft geöffnet hat. „Das ist für mich Fortschritt und da möchte ich ansetzen und als Regierungsrat konkreten Fortschritt bewirken. Es braucht unser Engagement für die Leute, die vieles richtig machen, aber trotzdem nicht vorwärts kommen“, so Peyer.

JA zur Energiestrategie 2050
Neben den Regierungsratswahlen stand am Parteitag die Abstimmung über die Energiestrategie 2050 vom 21. Mai im Fokus. Weil die Vorlage auf erneuerbare Energien setzt, ist sie gerade für den Sonnen- und Wasserkanton Graubünden eine grosse Chance. Gebäudesanierungen reduzieren die CO2-Emissionen und schaffen Arbeitsplätze in allen Regionen. Es macht keinen Sinn, jedes Jahr Energie für über 10 Milliarden zu importieren. Von diesem Geld profitieren vorwiegend Dreckstromproduzenten und Öl-Oligarchien. Mit der Energiestrategie 2050 bleibt das Geld im Land und wir lösen uns von der gefährlichen Abhängigkeit von Atomstrom und von der klimaschädigenden fossilen Energie. Das ist wichtig für Graubünden. Die Folgen der Klimaerwärmung haben wir vor Augen: Gletscherschwund, teuren Kunstschnee, mehr Steinschläge, Murgänge. Für den Wintertourismus ist das Erreichen der Klimaziele zentral. Die inländisch generierte Wertschöpfung der Energiewende hilft neben Produzenten von Wasserkraft, Biogas, Solar- und Erdwärme, Holz und Windkraft auch der Bündner Bauwirtschaft. Die zielgerichtete Marktprämie für die Grosswasserkraft stärkt auch die Position der Bergkantone in der Wasserzinsfrage. Für die SP Graubünden ist das Ja zur Energiestrategie 2050 gerade aus Bündner Optik ein Muss.

Neue Frauenpower im Präsidium
Schliesslich besetzte der Parteitag auch ein Teil der Parteigremien neu. Mit Doris Caviezel-Hidber wurde eine erfahrene Politikerin als Nachfolgerin der zurückgetretenen Vizepräsidentin Chatrina Josty gewählt. Damit setzt die SP auch in Zukunft auf Frauenpower an der Parteispitze.

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Medienmitteilung PDF – Italienisch
Medienmappe zum Parteitag