SP Graubünden
Medienmitteilung 24.5.2003: Nomination Nationalratswahlen

Nationalratswahlen : SP-Nationalratsliste steht

Die SP Graubünden hat am Samstag in Chur ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Nationalratswahlen 2003 nominiert. Die rund 80 Parteitags-Delegierten trafen sich in der Aula der Pädagogischen Fachhochschule, um aus den zwei Bewerberinnen und sechs Bewerbern die fünf Köpfe für die SP-Wahlliste zusammenzustellen.

Zum Auftakt des Nominationsparteitages der Bündner Sozialdemokraten kam die aktuelle Finanz- und Wirtschaftspolitikzur Sprache. Serge Gaillard, Sekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, referierte zum Thema "Wachstumspolitik statt finanzpolitische Hysterie". Er warnte vor der Absicht bürgerlicher Politiker, an der heute intakten AHV herumzuschrauben. Hingegen bedürfe es rascher und ernsthafter Interventionen zur Überwindung der seit Jahren stagnierenden Wirtschaft. Es sei nicht verständlich, dass der Staat gerade mitten in einer Krise das Sparprogramm einschalte. Im Gegenteil seien gerade in diesem Moment zur Ankurbelung der Wirtschaft jene Gemeinden und Kantone zu unterstützen, welche trotz Krise zu Investitionen bereit seien. Zudem sollte die Notenbank mit ihrer Geldpolitik zur Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro beitragen.

Finanzpolitische Resolution
Grossrat Johannes Pfenninger (Pratval) warb in seinem Referat für Vernunft und Augenmass als Maxime der Bündner Finanzpolitik. Eine akute Not bestehe nicht. In diesem Sinne verabschiedete der SP-Parteitag eine Resolution zuhanden der Regierung und des Grossen Rates. Demnach sollen Entlassungen, Kürzungen im öffentlichen Verkehr sowie radikale Schritte im Bildungs- und Gesundheitswesen vermieden werden. Zudem sollen die möglichen massvollen Sparmassnahmen mit einer bescheidenen Steuererhöhung und einer moderaten Verschuldung gekoppelt werden.

Bekenntnis zur Frauenquote
Das von Hugo Fisch (Bergün) geleitete Nominationsverfahren für die Nationalratswahlen verlief in drei Phasen. Der amtierende Nationalrat Andrea Hämmerle wurde nach seiner Darstellung der laufenden Parlamentsgeschäfte mit grosser Akklamation auf den ersten Listenplatz gesetzt. Die beiden folgenden Plätze sollten gemäss Vorschlag der Geschäftsleitung den Frauen vorbehalten sein. Diese Idee stiess aus den Reihen der Versammlung auf Kritik, insbesondere die Besetzung mit einer Juso-Frau wurde in Frage gestellt. Nach einigen klaren Voten sprach sich der Parteitag unmissverständlich für die doppelte Frauenvertretung sowie die Jugend aus. Die Malanser Ethnologin Paola Giovanoli Calcagno und die zwanzigjährige Churer Studentin Andrea Fopp wurden nach ihren überzeugenden Vorstellungsvoten klar nominiert.

Spannende Ausmarchung
Nun begann eine spannende Ausmarchung um die Plätze vier und fünf. Die Geschäftsleitung beantragte der Versammlung die Nomination von Peter Peyer (Chur) und Angelo Andina (Ramosch). Seitens der Sektionen wurden noch Andrea Bianchi (Malix), Mathis Trepp (Chur) und Beat Wittwer (Domat/Ems) vorgeschlagen. Nach einer ausführlichen und abwechslungsreichen Vorstellungsrunde wurden die weiteren Kandidaten im Ausschlussverfahren ermittelt. Nach jedem Wahlgang schied der letztplatzierte Anwärter aus. Nach drei geheimen Wahlgängen standen schliesslich Peter Peyer und Beat Wittwer als weitere Kandidaten fest. Die SP setzt somit hinter dem Zugpferd Hämmerle auf junge Nachwuchskräfte, das Durchschnittsalter der Liste beträgt 38 Jahre.

Listenverbindungen
Den Entscheid über allfällige Listenverbindungen delegierte der Parteitag an den Parteivorstand. Eine Verbindung mit der sich demnächst konstituierenden Juso-Liste ist unbestritten. Ein Antrag, auf jegliche Listenverbindung mit bürgerlichen Parteien zu verzichten, wurde deutlich abgewiesen. Somit haben der Wahlausschus und der Vorstand freie Hand für weitere Verhandlungen.

Die Nationalratswahlliste 2003 der SP Graubünden
1. Andrea Hämmerle, 1946, Pratval, Nationalrat
2. Paola Giovanoli Calcagno, 1968, Malans, Ethnologin
3. Andrea Fopp, 1983, Chur, Studentin
4. Peter Peyer, 1965, Chur, Gewerkschaftssekretär
5. Beat Wittwer, 1964, Domat/Ems, Mittelschullehrer


Weitere Auskunft:
Johannes Pfenninger , Wahlkampfleiter, 079 610 29 15
Peter Peyer, Parteipräsident, 079 629 00 85
Beat Wittwer, Medienbeauftragter, 079 699 32 82